TRAVEL
REPORTS

Between 2005 and 2011, Daniel Veith has worked as a freelance journalist for several leading German newspapers and magazines such as Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung and Stern.


Auf der Rüttelpiste

Bloß wieder lebend von diesem Pass herunterkommen… Dieser Gedanke schießt einem durch den Kopf, wenn man die rauschenden Wasser einer weiteren Furt mit dem Pick-up zerpflügt. Der von der mineralienhaltigen Erde in vielen Ocker- und Brauntönen blutende Gletscherbach scheint von Mal zu Mal immer tiefer und steiniger zu werden. Bisweilen schwappt das trüb-lehmige Wasser sogar über die Kühlerhaube und spritzt zinnoberrote Tränen an die verstaubte Windschutzscheibe. (2006)

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Ockerroter Höhenrausch

Eine schnurgerade Straße zieht sich durch die topfebene Landschaft Richtung Horizont. Rechts und links sind in der Ferne flimmernde Bergketten zu sehen. Bisweilen ragen isolierte Hügel und ganze Höhenzüge wie Inseln aus dem flachen Land heraus. In Mitteleuropa kennt man solche Ebenen eigentlich nur vom Küstentiefland; hier allerdings befinden wir uns fast 4.000 Meter über dem Meeresspiegel, also noch gut einen Kilometer höher als Deutschlands höchster Gipfel, die Zugspitze. (2007)

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COLUMNS
AND BLOGS

Neun heiße Nixen und ein Bleistift

Die schokobraune Amazone mit den geglätteten, pechschwarzen, fast die Taille kitzelnden Haaren strahlt schon von weitem mit der Tropensonne um die Wette. Feurig lodernde Augen, viel verlangende Lippen, perlweiße Zähne, berstende Oberweite, knallenger Minirock, endlose Beine. Und dabei wollte ich nur einen Bleistift kaufen. (2008)

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Chile: Essvergnügen wie noch nie

Wo ist das Huhn geblieben? Ich stochere mit der Gabel in der zähen gelben Pampe herum. Kleine Stückchen gekochter Eier, entkernte Oliven, Rosinen, Zwiebelringe – alles da, nur die Hauptsache, das Hühnchenfleisch, fehlt. Ich hätte mich gar nicht erst zum „Pastel de choclo“ überreden lassen sollen. (2007)

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“Taxi Driver” auf Südamerikanisch

Taxi fahren ist in Südamerika spottbillig – vorausgesetzt, man ist der Sprache mächtig und kennt die Tricks der Fahrer.

Als blauäugiger Neuling, dem gerade mal stotternd “Hola” und “Hasta luego, baby” über die Lippen schlüpfen, wird man wie ein Masthuhn gerupft. Auf meinen Reisen gehörten solche überaus unlauteren und schikanösen Trinkgeld-Jagden zur Tagesordnung, aber den hartnäckigsten motorisierten Beutelschneider habe ich 2005 bei meinem Umzug von Brasilien nach Argentinien erlebt. (2007)

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CULTURAL
SUPPLEMENT

Wenn zur Hochzeit Hasen hoppeln

Regisseur Thomas Lazarus präsentiert in der Werkstattbühne eine gelungene Amateur-Inszenierung von Georg Büchners Lustspiel “Leonce und Lena”. Prinz Leonce vom Reiche Popo soll mit Prinzessin Lena vom Reiche Pipi vermählt werden. Beide beschließen, vor der Heirat zu fliehen. Auf der Flucht treffen sie sich, verlieben sich natürlich, um sich erst bei der unvermeidlichen Hochzeit zu erkennen. An und für sich nicht gerade originell, das Stück von Georg Büchner, jener vielgerühmten Ausnahmeerscheinung der deutschen Literatur, welche 1832 mit nur dreiundzwanzig Jahren der Typhus so tragisch hinwegraffte. (2002)

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Geistestester

„Einer meiner besten Freunde aus Urwaldtagen wollte zuerst auch mitfahren. Als er aber hörte, dass wir sogar Kolumbien durchqueren, da hat er kalte Füße gekriegt. Ist ihm viel zu gefährlich. Mit dem riesigen Bus schnappen uns die Guerillas, meint er. – Kann schon sein, dass wir mal entführt werden, antworte ich ihm.“ (2005)

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Meister des Sado- Cartoonismus

Wenn man zum Piranha-Fischen seelenruhig den Finger ins Wasser steckt, wenn der Herrgott bisweilen unschuldige Autofahrer zum Gameboy-Spielen missbraucht, wenn es der Pyramiden von Gizeh nur zwei gibt, die sich dann als gigantische Brüste einer monumentalen Liegefigur der Pharaonenzeit entpuppen – dann sind wir im Reiche Martin Perscheids. (2002)

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DIVULGATION
AND NON-FICTION

Daniel Veith with Raúl Alfonsín, president of Argentina from 1983 to 1989. Veith considers Alfonsín one of the key figures of the “Ethical Revolution” in Latin America, Alfonsín having been one of the few Latin American leaders not accused of corruption and for achieving – for the first time in the history of mankind – the condemnation of the military generals that caused a war, only for the crimes of the Argentine military dictatorship.

The Caucasus – Land of conflicts

The Caucasus is for Europeans a synonym for war, riots, violence and human misery: at the beginning of the 1990s, the armed conflict in Nagorno-Karabakh, a region within Azerbaijani territory inhabited mainly by Armenians; the fighting in Chechnya from 1994 to 1996 and again since 1999; and very recently in the summer of 2008 the Russian-Georgian military intervention in South Ossetia. That last war was almost fatal for me, since I was traveling through Georgia when the Ossetians, Georgians and Russians took up arms. (2009)

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Bremens Roland unter Palmen

“Wollen Sie lieber zuerst ‘ne Bratwurst oder gleich ‘n Stück vom Spanferkel?”

Es ist Anfang Dezember. Sommerfest auf dem Landgut von Walter Stegmann. Auf der Terrasse neben dem kleinen See sitzt eine lachende Gruppe an Klapptischen, die mit schwarz-rot-gold-gestreiften Papierdecken dekoriert sind. Die Palmen und Sibipiruna-Bäume spenden Schatten unter der fast senkrecht herabbrennenden Tropensonne. (2006)

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